Weiter zum Inhalt
FS Home

Beiträge zu Notar, Hausbau und Betrieb

Warum sind große Massivhausanbieter so günstig?

Stückzahl, Standardisierung und eigene Fertigung senken den Preis. Wo der Vorteil endet und welche Posten im Angebot oft fehlen.

Sachgebiet
Hausbau
Fassung
Umfang
2 Minuten Lesezeit
Mobilkran hebt ein vorgefertigtes Wandelement auf eine Bodenplatte
Mobilkran hebt ein vorgefertigtes Wandelement auf eine Bodenplatte

Wer Angebote für ein Massivhaus vergleicht, stößt schnell auf große Anbieter, deren Quadratmeterpreise deutlich unter denen regionaler Bauunternehmen liegen. Heinz von Heiden ist einer davon. Der Preisunterschied hat handfeste Gründe, und sie liegen fast alle in der Organisation, nicht im Material.

Wie entsteht der Preisvorteil großer Massivhausanbieter?

Der größte Hebel ist die Stückzahl. Ein Anbieter, der jährlich im vierstelligen Bereich baut, kauft Ziegel, Fenster, Dachstühle und Haustechnik in Mengen ein, die ein Betrieb mit zwanzig Häusern im Jahr nicht erreicht. Der Einkaufsvorteil liegt je nach Gewerk im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich und schlägt direkt auf den Angebotspreis durch.

Der zweite Hebel ist die Standardisierung. Große Anbieter arbeiten mit einem festen Katalog an Haustypen, deren Statik, Haustechnik und Detailpunkte einmal durchgeplant sind. Diese Planung wird auf jedes weitere Haus desselben Typs umgelegt. Eine individuelle Architektenplanung verteilt sich dagegen auf genau ein Haus.

Welche Rolle spielen eigene Fertigung und feste Partnerbetriebe?

Viele große Anbieter betreiben eigene Werke für Wandelemente, Decken oder Treppen. Das senkt nicht nur die Materialkosten, es verkürzt auch die Bauzeit, weil Bauteile unabhängig vom Wetter vorgefertigt werden und termingerecht auf die Baustelle kommen. Kürzere Bauzeit bedeutet weniger Bauzeitzinsen und weniger Doppelbelastung aus Miete und Rate.

Auf der Baustelle arbeiten überwiegend feste Partnerbetriebe, die ganzjährig ausgelastet sind. Sie kalkulieren anders als ein Betrieb, der für ein Einzelprojekt anrückt: ohne Risikoaufschlag für Leerlauf, mit eingespielten Abläufen und mit Personal, das denselben Haustyp bereits mehrfach gebaut hat.

Wo ist der niedrige Preis mit Einschränkungen erkauft?

An drei Stellen. Erstens bei der Gestaltungsfreiheit: Abweichungen vom Katalog sind möglich, kosten aber überproportional, weil sie genau den Standardisierungsvorteil aufheben, auf dem der Preis beruht. Zweitens bei der Bauleitung vor Ort, die bei zentral gesteuerten Anbietern mehrere Baustellen gleichzeitig betreut.

Drittens, und das ist der häufigste Streitpunkt, beim Leistungsumfang. Der beworbene Preis umfasst meist das Haus, nicht aber Grundstück, Erschließung, Bodengutachten, Keller oder Bodenplatte, Außenanlagen und oft auch nicht die Malerarbeiten. Diese Posten summieren sich je nach Grundstück auf einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten.

Welche Positionen gehören in einen fairen Angebotsvergleich?

Vergleichbar werden Angebote erst, wenn sie auf denselben Leistungsstand gebracht sind. Dafür hilft eine feste Prüfliste: Bodenplatte oder Keller, Erdarbeiten und Erschließung, Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Internet, Heizungsanlage und deren Verteilung, Sanitärobjekte, Bodenbeläge, Malerarbeiten, Treppe, Innentüren, Außenanlagen und die Baunebenkosten für Notar, Grundbuch, Vermessung und Versicherungen.

Hilfreich ist daneben ein Blick in die Bau- und Leistungsbeschreibung, nicht nur in den Prospekt. Dort steht, welche Dämmstärke, welcher U-Wert, welche Heizungsart und welche Ausstattungslinie tatsächlich geschuldet sind. Zwei Angebote mit identischem Endpreis können sich an dieser Stelle um einen fünfstelligen Betrag unterscheiden.

Wann ist ein großer Anbieter die richtige Wahl?

Die Rechnung geht für Bauherren auf, die mit einem Katalogtyp gut leben können, ein unkompliziertes Grundstück haben und Planungssicherheit über den Preis stellen. Wer dagegen ein Hanggrundstück bebaut, einen ungewöhnlichen Zuschnitt hat oder gestalterisch eigene Vorstellungen umsetzen will, verliert den Preisvorteil schrittweise durch Sonderwünsche.

Für den Vergleich gilt deshalb: Nicht der Angebotspreis entscheidet, sondern der Preis bei gleichem Leistungsstand auf dem eigenen Grundstück. Erst diese Zahl ist zwischen einem großen Anbieter und einem regionalen Bauunternehmen vergleichbar.

Weiteres aus diesem Sachgebiet